Galerie Bernd Lutze

Rückblick 9

UTA ZAUMSEIL - ABB.2: Tapetenwerk 2013, 97,5 x 66,5 cm, Linolschnitt

ABB. 1:

Ni

„Wer wenn nicht wir“ 

(Text nach dem Film von Andreas Veiel „Etwas muss sich ändern“ Berlin 2011)

Gouache/aufgefaltete Pappschachtel, Holzlatte

27,5 x 27 cm (getragen am 1. Juli 2013 auf der 178. Montagsdemo zu Stuttgart 21)

 

 

 

ABB. 2:

Dschiggetai

„Fukushima strahlt und die Lügen gehen weiter“

Altöl/Altkarton 

Stuttgart Montag 21.3.2011

324 x 100 cm (Menetekel 21)

 

 

 

28. Mai – 30. Juli 2016

Ni & Dschiggetai:

Protest-Schilder

Protest-Bilder

 

Zur Eröffnung am Freitag, den 27.Mai, um 20 Uhr sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Ni und Dschiggetai sprechen zu ihrer Arbeit.

 

 

 

 

 

Zur Eröffnung am Freitag, den 27.Mai, um 20 Uhr sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Ni und Dschiggetai sprechen zu ihrer Arbeit.

 

In einer ungewöhnlichen Doppelausstellung mit Dschiggetai wird erstmals in der Galerie die Künstlerin N I vorgestellt, deren Arbeiten aus den Jahren seit 2011 den Galeristen in ihrer Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit überzeugt haben. Sie wurde bei Wurzen/Sachsen geboren. Nach dem Abitur 1966 und der Heirat mit Jürgen Schiertz war sie 1970-71 Zeichenlehrerin am Gymnasium Oberndorf/Neckar. Seit 1976 wohnt sie mit der Familie in Watterdingen/Hegau. Als Künstlerin Autodidakt, stellte sie schon 1967 bei der 20.Singener Kunstausstellung und in Konstanz in der Villa Prym (mit Dschiggetai) aus, 1974 im Forum Kunst/Rottweil (mit Fred Thieler) und u.a. 1984 bei den Landeskunstwochen in Rottweil. Anfänglich holte sie sich ihre Inspirationen aus der japanischen Dichtkunst Haiku in der Verbindung mit der Natur. Diese auf acht Grundfarben basierenden Arbeiten zeigte sie 2006 in der Galerie Vayhinger/Radolfzell-Möggingen in einer Doppelausstellung mit Dschiggetai. Danach verstärkte sich zunehmend ihr Interesse für gesellschaftskritische Literatur (Jean Ziegler, Jutta Dietfurth) mit ihren Gedanken, was zu ändern sei und wie Gerechtigkeit für alle Menschen auf der Erde zu erreichen sei. Waren es zunächst für den Ausstellungsraum gedachte Textdrucke auf Graupappe, so ging Ni ab 2010 mit Schildern in den Außenraum. Anlass dazu waren die Diskussionen um das Bahnprojekt “Stuttgart 21“. Aus dem politischen Prinzip des Widerstandes bei Montagsdemos und anderen Großdemonstrationen entstehen seitdem Protest-Schilder. In ihnen sind äußere Form und das ehrliche intensive Engagement von Ni auf erstaunliche Weise im Einklang. 16 dieser Schilder sind jetzt – in einem Heft dokumentiert – in der Galerie zu sehen.

 

D S C H I G G E T A I (Jürgen Schiertz) wurde 1944 in Schramberg/Schwarzwald geboren. Nach dem Studium an der PH Reutlingen und Selbststudien in Kunst, westlicher und östlicher Philosophie war er von 1968-73 Kunsterzieher in Oberndorf/Neckar. 1967 begann er damit, sein Atelier nach draußen zu verlegen und die Menschen auf der Straße zum Malen einzuladen. 1971 stellte er bei der “Neuen Gruppe“ innerhalb der Großen Münchner Kunstausstellung, im Württembergischen Kunstverein bei “Vier junge Künstler“ und beim Deutschen Künstlerbund aus. Das erste Kartonbild (aus Abfall-Pappe) entsteht 1974, erste Strich-Bilder seit 1986 in sämtlichen Metropolen Europas. Ab 1988 benützt er Alt-Öl als Malmittel. 1991 zeigt das Zeppelin-Museum Friedrichshafen Dschiggetai in einer Retrospektive. Seit 1991 zieht er über zwei Jahrzehnte im Rahmen des Projektes “Ein Frosch springt hinein“ auf Kreisen von seinem Wohnort im Hegau jeweils zu einem Dorf oder einer Stadt – seinem Atelier dieses Tages – und bittet die Menschen, ihm (wenigstens) einen Strich zu “schenken“. Arbeiten aus diesem Zeitraum werden 1994 im Städt. Museum Singen, seit 2000 regelmäßig in der Galerie Lutze/Friedrichshafen und 2006 in der Galerie Vayhinger/Radolfzell-Möggingen (zusammen mit Ni) ausgestellt. Seit 2010 entstehen seine Arbeiten auf den Montagsdemonstrationen in Stuttgart und auf anderen Großdemos, bei denen Menschen auf die Straße gehen, um ihren Protest gegen Fehlverhalten von Politik, Industrie und Banken und gegen Krieg zu formulieren mit dem unbedingten Verlangen, ihren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen. Unverkennbar sind Dschiggetais Arbeiten dadurch politischer geworden. 3 dieser Protest-Bilder sind neben einigen früheren Bildern in der Galerie zu sehen.

 

Es gibt wohl kaum einen Künstler, der über Jahrzehnte hinweg mit solcher Beharrlichkeit an der Konzeption seiner Bilder festgehalten hat. Durch Veränderungen im Entstehungsprozess dieser Bilder sind die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit den Menschen erstaunlich lebendig und vielfältig geblieben. Dschiggetai hat als Autor den Hintergrund zu seiner künstlerischen Arbeit und seine Gedanken zu einem neuen Farbverständnis in 4 Bänden (“Ich sehe eine Farbe, die Du nicht siehst“) zusammengefasst, die 2008-2014 vom Kunstmuseum Singen herausgegeben wurden.

 

 

 

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Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14-19 Uhr
Samstag 10-13 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

 

 

 

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