Galerie Bernd Lutze

Rückblick 6

PETER MELL (7) Tibet 9.2.2014, Acryl/Leinwand, 140x140 cm

ABB. 1:

Peter Mell

(7) Tibet 9.2.2014, Acryl/Leinwand, 140x140 cm


PETER MELL (4) Tibet 12.3.2011 Collage, Eiweißlasur/Farbfotografie, 21x25 cm

ABB. 2:

Peter Mell

4) Tibet 12.3.2011, Collage, Eiweißlasur/Farbfotografie, 21x25 cm
 

ABB. 3:

Peter Mell und Freunde

Peter Mell/D

Pete Shreebs/GB

Piet Maltees/NL

Pjotr Knips/BLR

Pierre Dessing/F

20. Juni – 1. August 2015:

PETER MELL und FreundE

 

Eröffnung: Freitag, 19.Juni, 20 Uhr

 

 

 

 

 

 

Peter Mell ist 1939 in Weimar geboren, wuchs in der Nachkriegszeit in Lindau auf,

lebte nach dem Kunststudium viele Jahre in Heimenkirch/Allgäu und inzwischen wieder in Thüringen. Als er 1987 zum ersten Mal in der Galerie Lutze ausstellte, waren alle Arbeiten mit “Nelson Mandela“ und einem Datum bezeichnet. Mell, u.a. gegen die Atomkraft engagiert, bekannte sich so zum Freiheitskampf der Farbigen in Südafrika. Er hatte sich geschworen, seine Arbeiten – egal was auf ihnen zu sehen war – so lange mit “Nelson Mandela“ zu benennen, bis Mandela aus dem Gefängnis entlassen wird, die Apartheid-Bewegung also gesiegt hat. Danach galt sein Einsatz den Auseinandersetzungen zwischen Tibet und China. Seine Arbeiten heißen seitdem “Tibet“, auch wenn Tibet als Motiv in seinen Bildern nicht auftaucht, sondern nur – wie schon zuvor – auf einer sprachlichen Ebene präsent ist. Hiermit will er ebenfalls solange fortfahren, bis Tibet seine Unabhängigkeit wieder erlangt hat – im Fall Nelson Mandela hatte er es ja schon einmal geschafft!

 

Wer Mell begegnet, trifft heute auf ein vielgestaltiges Werk mit großformatigen Landschaftszeichnungen und Textblättern, überarbeiteten Farbfotografien und gegenstandsloser Malerei. Diese Vielfalt wird auch in den Arbeiten seiner Freunde, die er auf einem kanadischen Symposium kennenlernte, sichtbar. Deshalb stellt er nun gemeinsam mit dem Franzosen Pierre Dessin, dem Engländer Pete Shreebs, dem Russen Pjotr Knips und dem Niederländer Piet Maltees in der Galerie Lutze aus. Eine sicher überraschende Begegnung, zu der Sie und Ihre Freunde am Eröffnungsabend am Freitag, den 19.Juni, ab 20 Uhr herzlich eingeladen sind.

 

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Presseinformation


Zum KUNST-FREITAG 10. Juli 2015


“Seit er ausstellt, seit den späten 1960er Jahren bis heute, hat der Künstler Peter Mell alle … wieder und wieder mit überraschenden, hakenschlagenden Wandlungen seines künstlerischen Werks …. überrascht. … Wer ist also dieser Peter Mell? Und welcher Künstler ist gemeint, wenn von Peter Mell die Rede ist?“ ( Christoph Bauer, 2011)


Geboren 1939 in Weimar und zur Schule gegangen in Lindau, studierte er von 1959 bis 1964 an der Akademie der bildenden Künste in München. Er begeisterte sich für die Künstlergruppe SPUR, die gegen die “Verklemmtheit“ der bürgerlichen Wohlstands- und Konsum-Gesellschaft revoltierte.1970 gibt er den Beruf des Kunsterziehers auf und wird freier Künstler. Er ist Maler und vor allem auch Zeichner großformatiger, düsterer, leidenschaftlich-erotischer Figurenbilder und Nachtlandschaften. Die Leibfeindlichkeit der Kirche und der Protest gegen Atomkraft werden Themen seiner Arbeiten. Das Bekenntnis zur Freiheitsbewegung der Farbigen in Südafrika führt zur Titelgebung “Nelson Mandela“ (+ Datum) aller Arbeiten der 80er Jahre, egal was auf ihnen zu sehen ist. In den 90ern – die Bilder tragen nun nach der Freilassung Mandelas 1990 die Titel “Tibet“ (+ Datum) – beginnt er mit der Farbe zu experimentieren, die mehr und mehr den Gegenstand aus den Arbeiten drängt. Es entstehen farbige Zwei- und Dreiklänge, teilweise ergänzt mit Farbfotos oder unterschiedlichen Materialien. Aus dem Integrieren von Textzeilen verschiedener Schriftsteller in die Bilder – Peter Mell ist nicht nur Film- und Musikfan – sondern vor allem ein begeisterter Bücherleser – werden in den letzten Jahren immer wieder Textblätter, die Sprachspielereien aber auch unter die Haut gehende Wahrheiten formulieren. Hauptsächlich wird aber die Beschäftigung mit der Fotografie immer umfassender. In der Überarbeitung der Farbfotos – nicht wie heute üblich am Computer , sondern mit dem Pinsel und mit Eiweißlasurfarben – kommt es zu einem spielerischen Hin und Her zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, so wie das Werk sich über Jahrzehnte entwickelt hatte.


Diese Vielfalt war der Auslöser für die Ausstellung “Peter Mell und seine Freunde“. Aber der Maler Piet Maltees aus den Niederlanden, der Zeichner Pierre Dessin aus Frankreich, der Texteschreiber Pete Shreebs aus England und der Fotograf Pjotr Knips aus Russland – die er angeblich alle 2011 auf einem Symposium in Kanada kennenlernte – sind immer: PETER MELL. So wie der französische Dichter Arthur Rimbaud im 19. Jahrhundert schrieb: “Ich bin Viele“.
03.07.2015

 

 

Öffnungszeiten (bis 1. August): Mittwoch bis Freitag 14-19 Uhr
Samstag 10-13 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

 

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